Dynamische Trainingsprofile
Dynamische Profile ermöglichen es deinem FTMS-Datenfeld, die Geschwindigkeit, Steigung, den Widerstand oder die Leistung deines Smart Trainers während eines Trainings automatisch anzupassen. Du kannst eigene Intervalle, Hügelprofile, Pyramiden oder Dauerläufe erstellen – und die App steuert den Trainer für dich.
Wenn die Profil-Strings unten etwas „technisch“ aussehen, keine Sorge – du kannst die Beispiele einfach kopieren und nur ein paar Zahlen anpassen, bis du ein Profil hast, das zu dir passt.
Wo die Profile gespeichert werden
Jedes FTMS-Datenfeld verfügt über 3 Profil-Slots: Profil 1, Profil 2 und Profil 3. Du kannst Profile in den Einstellungen des Datenfelds ein- oder ausschalten und bearbeiten:
- Öffne die Desktop-App Garmin Express oder die Connect IQ-Mobil-App.
- Gehe zu deinem installierten FTMS-Datenfeld (Bike, Elliptical, Rower usw.).
- Tippe auf Einstellungen für dieses Datenfeld.
- Scrolle zu Profilparameter oder Dynamisches Profil.
- Bearbeite Profil 1–3 und wähle, welches Profil aktiv sein soll (oder „Aus“, um es zu deaktivieren).
Während des Trainings siehst du, wie der Trainer sich im Verlauf anpasst, und du kannst die Veränderungen von Geschwindigkeit / Steigung / Widerstand / Leistung auf der Registerkarte Diagramme in Garmin Connect sehen, nachdem du die Aktivität gespeichert hast.
Wie Profil-Strings funktionieren (Kurzfassung)
Ein Profil ist nur eine Textzeile, die aus Elementen
besteht, die durch Kommata (,) getrennt sind. Jedes Element sagt
dem Trainer:
- Welche Einstellung verwendet wird (Geschwindigkeit, Steigung, Widerstand, Leistung)
- Welcher Wert auf diese Einstellung angewendet wird
- Wie lange dieser Wert gehalten wird (in Sekunden)
Jedes Element kann Parameter für eine oder mehrere Steuerungen enthalten. Du kannst also z. B. Geschwindigkeit, Steigung und Widerstand mit einem einzigen Element gleichzeitig steuern.
Hinweis: Das Setzen der Leistung wird im Allgemeinen nur von
höherwertigen Bike-Trainern unterstützt, die den
Beispiel:
S:5.0-D:60, S:7.0-D:30 Das bedeutet:
- 5,0 km/h für 60 Sekunden
- dann 7,0 km/h für 30 Sekunden
- und dieses 60s-/30s-Muster wird ständig wiederholt, bis du die Aktivität stoppst
Bausteine eines Elements
Jedes Element besteht aus einer oder mehreren Komponenten. Du kannst diese frei kombinieren:
| Code | Bedeutung | Beispiel | Einheiten |
|---|---|---|---|
S | Speed (Geschwindigkeit) | S:5.5 | km/h |
I | Incline (Steigung) | I:6.5 | % Steigung |
R | Widerstandsstufe | R:10 | Gerätespezifische Stufe |
P | Leistung | P:180 | Watt |
D | Dauer | D:45 | Sekunden |
W | Warmup-Flag | W | (kein Wert oder Einheit, siehe Beschreibung unten) |
Innerhalb eines Elements werden die Komponenten mit Bindestrichen (-) verbunden:
S:5.5-I:3-D:60 Das bedeutet „Geschwindigkeit 5,5 km/h, Steigung 3 %, halten für 60 Sekunden“.
Faustregeln:
- Jedes Element muss eine Dauer (
D:Sekunden) enthalten. - Jedes Element sollte mindestens einen der Werte
S,I,RoderPenthalten. - Elemente werden durch Kommata (
,) voneinander getrennt. - Nach dem letzten Element springt das Profil wieder zum ersten (außer bei reinen Warmup-Profilen, siehe unten).
- Minimal- und Maximalwerte werden intern vom Trainer ermittelt; zu hohe Werte werden zur Laufzeit begrenzt.
Warmups (optional)
Du kannst bestimmte Elemente als Aufwärmphase markieren, sodass
sie nur einmal zu Beginn des Trainings laufen. Füge dazu ein
W- am Anfang des Elements ein.
Warmup-Elemente sollten in der richtigen Reihenfolge am Anfang des Profils stehen (nicht zwingend erforderlich, aber bewährte Praxis).
Beispiel mit Warmup:
W-S:3.0-D:120, S:5.0-D:60, S:7.0-D:30 Was passiert:
- Aufwärmen: 3,0 km/h für 120 Sekunden (läuft einmal)
- Hauptteil:
- 5,0 km/h für 60 Sekunden
- 7,0 km/h für 30 Sekunden
Fertige Beispiel-Workouts
Du kannst jedes dieser Beispiele in einen Profil-Slot kopieren und die Werte nach Bedarf anpassen. Achte immer darauf, dass die Werte für dein Fitnesslevel und dein Gerät sicher und sinnvoll sind.
1. Einfache Laufband-Intervalle (nur Geschwindigkeit)
Ziel: Abwechselnd lockeres und schnelles Tempo.
S:5.0-D:60, S:7.0-D:30 1 Minute bei 5,0 km/h, dann 30 Sekunden bei 7,0 km/h – wiederholt sich, solange die Aktivität läuft.
2. Ellipsentrainer-Hügel (Steigung + Widerstand)
Ziel: Sanftes Aufwärmen, dann rollende Hügel.
W-I:2-R:5-D:120, W-I:4-R:7-D:120, I:6-R:9-D:90, I:10-R:11-D:45 Zwei Aufwärm-Schritte mit niedriger Steigung und geringem Widerstand, gefolgt von einem wiederkehrenden Muster aus moderaten Hügeln und steileren, anstrengenderen Segmenten.
3. Ruder-Power-Steps (Widerstand)
Ziel: Belastung langsam steigern und dann auf hohem Niveau halten.
W-R:4-D:60, W-R:6-D:60, R:8-D:90, R:10-D:90 Aufwärmen mit Widerstand 4 und 6, danach abwechselnd 90 Sekunden bei Widerstand 8 und 10.
4. Laufband-Hügelpyramide (Steigung bei konstanter Geschwindigkeit)
Ziel: Auf- und absteigende Hügelpyramide bei gleichbleibendem Tempo.
W-S:4.5-D:120, S:5.5-I:2-D:60, S:5.5-I:4-D:60, S:5.5-I:6-D:60, S:5.5-I:4-D:60, S:5.5-I:2-D:60 2 Minuten Aufwärmen bei 4,5 km/h, danach 5,5 km/h, während die Steigung von 2 → 4 → 6 % ansteigt und wieder abfällt. Diese Pyramide wiederholt sich, bis du stoppst.
5. Bike-Power-Intervalle (Leistungsziele)
Ziel: Abwechselnde Blöcke mit moderater und hoher Leistung.
W-P:120-D:120, P:150-D:60, P:200-D:60 2 Minuten Aufwärmen bei 120 W, dann ein wiederkehrendes Muster aus 150 W für 60 Sekunden und 200 W für 60 Sekunden. (Dein Trainer muss Leistungssteuerung unterstützen, damit dies funktioniert.)
Tipps & typische Stolpersteine
- Keine zusätzlichen Leerzeichen: Vermeide Leerzeichen im
Profil-String (
S:5.0-D:60,S:7.0-D:30ist besser alsS:5.0 - D:60, S:7.0 - D:30). - Dauer ist Pflicht: Jedes Element muss
D:Sekundenenthalten. - Kenne dein Gerät: Manche Geräte unterstützen bestimmte Steuerelemente nicht (z. B. Steigung bei einem Rudergerät). Ist eine Steuerung nicht verfügbar, wird dieser Teil der Anforderung ignoriert.
- Konservativ starten: Beginne mit niedrigeren Geschwindigkeiten, Steigungen, Widerständen und Leistungen. Du kannst sie später immer erhöhen.
- Mit kurzen Profilen testen: Nutze anfangs sehr kurze Dauerwerte (10–20 Sekunden), um sicherzustellen, dass der Trainer korrekt reagiert, bevor du ein langes Workout fährst.
- Experimentieren und Spaß haben: Bring dein Training auf das nächste Level und mach es spannender!
Wenn du unsicher bist, ob dein Profil gültig ist, starte mit einem der obigen Beispiele, ändere nur eine einzige Zahl und teste erneut. Kleine Änderungen lassen sich deutlich leichter debuggen als ein komplett neues Profil.
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